erklaeren-mit-masslisted
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# Erklären mit Maß
## Der Maßstab
Zwei Regeln, die zusammen gehören und einzeln in die Irre führen:
1. **WARUM statt WAS.** Was der Code tut, steht im Code. Was ihn erklärt, sind die
Gründe: eine versteckte Bedingung, ein Vorfall, eine verworfene Alternative.
2. **So wenig wie möglich.** Dokumentation ist kein Gratisgewinn. Sie wird gelesen,
veraltet und muss gepflegt werden. Jede Zeile, die nichts trägt, macht die
tragenden Zeilen schwerer auffindbar.
Regel 1 allein erzeugt die typische Fehlform: lange, gut begründete Absätze, die
niemand liest. Erst Regel 2 macht sie brauchbar.
## Die Probe
Vor jedem Absatz, den du schreiben willst:
**Was verliert der Leser, wenn das hier fehlt?** Fällt die Antwort schwer, streich ihn.
Und danach: **Was davon steht schon woanders?** Ein Verweis ist billiger als eine
zweite Fassung — und die zweite Fassung ist die, die veraltet.
## Woran man zu viel erkennt
- Der Text erklärt die eigene Entscheidung, statt die Sache zu benennen
(„hier bewusst keine Zahl, die beim nächsten Mal schon wieder falsch ist")
- Er begründet, was niemand in Frage gestellt hat
- Er wiederholt in Prosa, was die darunterstehende Tabelle, Signatur oder Liste zeigt
- Er erzählt den Weg statt das Ergebnis („zuerst habe ich …, dann …")
**Beispiel.** Statt
> Wie viele Prüfungen es sind, steht in der Schlusszeile dieses Berichts
> („Ergebnis: … bestanden, … durchgefallen"), die Abschnitte sind darin einzeln
> überschrieben — hier bewusst keine Zahl, die